Die erste Ausgabe unserer Tech Insights in diesem Jahr – unsere interne Veranstaltungsreihe, in der wir regelmäßig aktuelle Technologietrends gemeinsam erkunden und diskutieren – widmete sich dem Thema, das gerade die gesamte Tech-Welt bewegt: Agentic Coding. Gemeinsam haben wir erkundet, was KI-gestützte Entwicklung heute leisten kann – und wo ihre Grenzen liegen.

Vom Hype zur Haltung

Vibe Coding kennen viele: Prompt eingeben, Code generieren lassen, hoffen, dass es funktioniert. Für schnelle Prototypen kann das reichen – das haben wir bereits in unserer Tech Insights zu Vibe Coding im vergangenen Jahr erlebt. Doch für den produktiven Einsatz – erst recht in einem regulierten Umfeld wie dem unseren – reicht das nicht. Ohne Kontext läuft die KI blind los, kennt weder das Projekt noch die Standards, und mit jeder Iteration sinkt die Codequalität.

Agentic Coding geht einen entscheidenden Schritt weiter: strukturiert statt spontan. Statt „Prompt rein, Code raus“ steht ein Spec-Driven-Ansatz im Mittelpunkt – erst spezifizieren, dann bauen. Context Engineering sorgt dafür, dass der Coding Agent das Projekt kennt, über Instructions, Rules und Skills als Leitplanken. Der Mensch bleibt immer in der Schleife. Testing und Deployment sind Teil des Workflows, kein Nachgedanke.

Aber was bedeutet das konkret – für unsere Teams und unseren Alltag?

Der externe Impuls: Alex Sprogis

Um diese Frage zu beantworten, haben wir Alex Sprogis eingeladen – Product Engineer mit über 14 Jahren Erfahrung in Softwareentwicklung und Produktmanagement. In seiner Keynote und Live-Demo zeigte er, wie Agentic Coding in der Praxis aussieht: Vom Requirement über die Architektur bis zur lauffähigen Anwendung – alles gesteuert durch einen Coding Agent, aber geführt durch klare menschliche Vorgaben.

Die internen Perspektiven: Adrian Miska und Oleg Müller

Nach dem externen Impuls folgten zwei Erfahrungsberichte aus unserem eigenen Team. Adrian Miska und Oleg Müller arbeiten beide täglich mit Coding Agents und teilten ehrliche Einblicke in das, was sich bereits verändert hat.

Adrian brachte es auf den Punkt: „Die besten Teams sind nicht mehr diejenigen, die am meisten Code schreiben, sondern diejenigen, die sich die besten Prozesse gebaut haben.“

Oleg ging noch einen Schritt weiter: „Ich schreibe seit Mitte letzten Jahres gar keinen Code mehr mit der Hand. Es sei denn, der Prompt ist länger als der Code.“ Gleichzeitig machte er auf eine neue Herausforderung aufmerksam: Während sich Technical Debt mit Coding Agents zunehmend besser lösen lässt, entsteht mit Cognitive Debt eine neue Form der Komplexität – wenn Teams den von der KI erzeugten Code nicht mehr vollständig durchdringen.

Die Kernbotschaft beider: Die Kompetenz bleibt dieselbe – Probleme verstehen, Systeme durchdenken, Qualität sichern. Was sich verändert, ist das Werkzeug. Und damit der Hebel, den jede:r Einzelne hat.

Hands-on: Selber machen statt nur zuhören

Das Besondere an dieser Tech Insights: Es blieb nicht bei Vorträgen. In der Hands-on-Session bauten die Teilnehmenden in Kleingruppen eigene Mini-Apps – Spec-Driven, von der Idee bis zur lauffähigen Anwendung.

Das Feedback sprach für sich. Ein Teilnehmer fasste es so zusammen: „Das war schon beeindruckend: Das iterative Vorgehen. Immer wieder die richtigen Nachfragen, ob alles so passt. Das ist schon geiler Scheiß!“

Ausblick

Agentic Coding ist kein Zukunftsthema mehr – es verändert bereits heute, wie wir Software entwickeln. Diese Tech Insights hat gezeigt, dass wir bei Star Finanz bereit sind, diese Veränderung aktiv mitzugestalten. Nicht blind, sondern reflektiert. Nicht allein, sondern gemeinsam.

Vielen Dank an Alex Sprogis für den inspirierenden externen Impuls, an Adrian Miska und Oleg Müller für die ehrlichen internen Perspektiven – und an unser gesamtes Tech-Team für die Neugier und Offenheit, mit der ihr euch diesen Themen stellt.

Tech Insights geht weiter. Wir bleiben neugierig.