Wie das Inclusive Design Lab der Star Finanz digitale Produkte zugänglicher macht, Teams unterstützt und Barrierefreiheit nachhaltig in der Produktentwicklung verankert

Digitale Finanzangebote begleiten Millionen Menschen im Alltag. Damit sie für möglichst viele Menschen zugänglich und einfach nutzbar sind, muss Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht werden.

Genau aus diesem Grund wurde 2023 das Inclusive Design Lab (IDL) der Star Finanz gegründet. Das Team unterstützt dabei, digitale Barrierefreiheit nachhaltig in der Produktentwicklung zu verankern und digitale Teilhabe aktiv zu fördern. Dabei treibt das Team eine klare Überzeugung an: Nicht Menschen müssen sich an digitale Produkte anpassen, sondern digitale Produkte an die Vielfalt der Menschen.

Gemeinsam Zukunft gestalten

Digitale Barrierefreiheit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess.

Dabei verfolgt das IDL einen ganzheitlichen Ansatz: Unterschiedliche Bedürfnisse werden nicht erst am Ende eines Projekts berücksichtigt, sondern von Beginn an in Konzeption, Design, Entwicklung und im Testing mitgedacht. 
Denn digitale Produkte sind dann besonders gut, wenn sie möglichst vielen Menschen eine selbstständige, verständliche und unkomplizierte Nutzung ermöglichen.

Warum Barrierefreiheit heute wichtiger denn je ist

Die Digitalisierung verändert, wie Menschen mit Unternehmen und Dienstleistungen interagieren. Digitale Angebote sind längst zu einem zentralen Zugangspunkt geworden, auch für wichtige Finanzdienstleistungen.

Deshalb ist es wichtig, dass diese digitalen Angebote möglichst vielen Nutzenden offenstehen und Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen nicht ausschließen. Barrierefreiheit verbessert damit nicht nur die Zugänglichkeit, sondern auch die Nutzungserfahrung insgesamt.

Zusätzlich gewinnt das Thema durch gesetzliche Vorgaben wie das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) und die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) weiter an Bedeutung. 

Für das IDL bedeutet Barrierefreiheit mehr als die Erfüllung regulatorischer Anforderungen: Sie ist ein wesentlicher Bestandteil guter User Experience und ein Qualitätsmerkmal moderner digitaler Produkte.  

Vom Wissen zur Umsetzung – warum das Inclusive Design Lab gegründet wurde

Mit der steigenden Bedeutung digitaler Angebote wurde deutlich, dass mehr Orientierung, Wissen und praktische Unterstützung benötigt werden, um Barrierefreiheit konsequent mitzudenken. 

Als Kompetenzzentrum für digitale Barrierefreiheit wurde mit dem IDL in der Star Finanz eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, die Wissen bündelt und Orientierung bietet. Das Inclusive Design Lab unterstützt Fachbereiche und Produktteams bei strategischen, fachlichen und praktischen Fragestellungen.

Das Angebot umfasst unter anderem:

  • Beratung zu Anforderungen wie BFSG, WCAG und BITV
  • Entwicklung und Weiterentwicklung von Richtlinien und Standards 
  • Unterstützung bei Konzeption, UX-Design, Entwicklung und Qualitätssicherung
  • Barrierefreiheitsanalysen digitaler Produkte
  • Workshops, Schulungen und Coachings
  • Begleitung konkreter Projekte

Dabei steht ein praxisnaher Ansatz im Mittelpunkt: Barrierefreiheit soll sich nachhaltig in bestehende Arbeitsprozesse integrieren lassen und Teams Sicherheit bei der Entwicklung möglichst zugänglicher, nutzerorientierter und zukunftsfähiger Produkte geben. 

Ziel ist es, Barrierefreiheit nicht als zusätzliche Herausforderung zu verstehen, sondern als selbstverständlichen Bestandteil von Produktentwicklung.   

Barrierefreiheit beginnt nicht erst beim Test

Barrierefreiheit entsteht nicht erst kurz vor dem Release. Viele entscheidende Weichen werden bereits in den frühen Phasen eines Projekts gestellt. 

Ob verständliche Inhalte, klare Strukturen, ausreichende Kontraste, eine intuitive Bedienung oder die Unterstützung assistiver Technologien: Schon Entscheidungen in Konzeption und Design beeinflussen maßgeblich, wie gut ein Produkt später genutzt werden kann.

Barrierefreiheit soll nicht nachträglich geprüft werden, sondern von Beginn an Teil der Produktentwicklung sein, so lässt sie sich effizient und nachhaltig umsetzen. Deshalb begleitet das IDL-Team beratend, entlang des gesamten Entwicklungsprozesses; von der ersten Idee, über UX-Konzeption und Design, bis hin zur Entwicklung, Qualitätssicherung und dem anschließenden Testing.

Perspektiven verändern, Barrieren sichtbar machen

Technische Anforderungen allein reichen nicht aus. Gute Barrierefreiheit beginnt mit dem Verständnis für unterschiedliche Bedürfnisse und Nutzungssituationen.

Viele Barrieren entstehen unbewusst, etwa durch schwer verständliche Inhalte, fehlende Kontraste oder Bedienkonzepte, die nicht für alle Menschen gleichermaßen funktionieren. Deshalb macht das IDL digitale Barrierefreiheit im Unternehmen aktiv erlebbar, zeigt neue Perspektiven auf und vermittelt Wissen.

Ein Beispiel dafür ist das Erlebnisformat „Dialog im Dunkeln“, an dem bereits rund 30 Kolleginnen und Kollegen teilgenommen haben. In völliger Dunkelheit erleben die Teilnehmenden Alltagssituationen aus einer neuen Perspektive und erfahren, wie wichtig Orientierung, verständliche Informationen und Zugänglichkeit sind. Das schafft Verständnis, macht Barrieren sichtbar und zeigt, warum inklusive Gestaltung so wichtig ist.

„Barrierefreiheit beginnt mit Verständnis. Wer unterschiedliche Perspektiven kennt, entwickelt bessere Produkte.“

Ergänzt wird dieses Angebot durch einen monatlichen Newsletter mit aktuellen Entwicklungen, Best Practices und praktischen Tipps sowie durch Intro-Workshops für neue Kolleginnen und Kollegen und regelmäßige Schulungen.

Mitarbeitende der Star Finanz beim Dialog im Dunkeln

Mit Nutzer:innen testen, Produkte verbessern

Aktuell unterstützt das Team z.B. die neue Nachhaltigkeitswebsite der Star Finanz. Dabei wird Barrierefreiheit bereits in frühen Projektphasen berücksichtigt und aktiv in Konzeption, Design und Umsetzung integriert.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf User Tests mit Menschen mit Behinderungen. Perspektivisch sollen diese regelmäßig stattfinden und zu einem festen Bestandteil der Produktentwicklung werden. Denn, auch die besten Prüfwerkzeuge können nur einen Teil möglicher Barrieren erkennen. Viele Herausforderungen werden erst im direkten Austausch mit den Menschen sichtbar, die digitale Produkte täglich nutzen. Diese Erkenntnisse helfen dabei, Lösungen zu entwickeln, die nicht nur den Anforderungen entsprechen, sondern auch im Alltag überzeugen.

Das wurde bereits erreicht

Seit seiner Gründung hat das IDL wichtige Grundlagen für digitale Barrierefreiheit geschaffen.

Mehr als 150 Kolleginnen und Kollegen aus Design, Entwicklung und Qualitätssicherung wurden bereits geschult. Zahlreiche Teams wurden beraten, Barrierefreiheitsanalysen durchgeführt und ein erster User Test mit Menschen mit Behinderungen etabliert.

Ebenso fanden Workshops und Seminare mit externen Kunden statt, die auch projektbezogen beim Thema Barrierefreiheit begleitet wurden.

Darüber hinaus trägt das IDL dazu bei, das Thema digitale Barrierefreiheit innerhalb und außerhalb des Unternehmens sichtbar zu machen, unter anderem durch Fachartikel, Blogbeiträge, Vorträge und Masterclasses sowie Veranstaltungen wie die Scope, die Innovation Days des S-Hub oder den SF Diversity Day.

Es gibt keine Unfähigen, nur unzureichende Unterstützung und Barrieren, die ihren Fähigkeiten im Weg stehen.“ Rick Hansen